Sie scheinen eine veraltete Version der Internet Explorers zu verwenden, die von dieser Webseite nicht unterstützt wird. Bitte nutzen Sie einen Browser wie zum Beispiel Microsoft Edge, Chrome, Firefox oder Safari in einer aktuellen Version.

Wenn Sie typische Zeichen einer Anämie an sich bemerken, Sie kurzatmig und dauerhaft erschöpft sind, unter unerklärlichen Bauchschmerzen leiden oder Ihr Urin womöglich dunkel gefärbt ist, liegt der Verdacht auf eine PNH nahe. Diesem sollte mithilfe verschiedener Untersuchungen nachgegangen werden. Um die Diagnose PNH zu sichern, wird mittels der sogenannten Durchflusszytometrie bestimmt, ob und wie vielen Blutzellen die schützenden GPI-verankerten Proteine auf der Oberfläche fehlen.

Hier finden Sie Informationen zur …

Welche grundlegenden Untersuchungen werden durchgeführt?

Erhebung der Krankengeschichte

Besteht der Verdacht auf eine PNH, dann sollten Sie sich möglichst zügig an Ihre Hausarztpraxis wenden. Ihr*e Ärzt*in wird Sie dann gezielt nach aktuellen und in der Vergangenheit aufgetretenen Symptomen befragen. Mithilfe einer gründlichen Familien- und Eigenanamnese wird versucht, andere mögliche Erklärungen, u. a. etwaige erbliche Anämien, als Ursache für die Beschwerden auszuschließen.

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung wird auf Anzeichen einer Anämie, einer Gelbsucht, von Blutgerinnseln (Thrombosen) und Blutungen geachtet.

Person mit weißem Kittel sitzt an einem Tisch. Ihre Hände sind auf einer Tastatur platziert. Gegenüber die gefalteten Hände einer weiteren Person. 
iStock 884707940 Rostislav_Sedlacek

Blutuntersuchungen

Wenn die Ergebnisse der Anamnese und der körperlichen Untersuchung auf eine Erkrankung des Blutes hindeuten, werden verschiedene laborchemische Untersuchungen durchgeführt. Finden sich im Blut mehr Retikulozyten – unreife Vorläufer der roten Blutzellen – als normal, deutet dies auf einen vermehrten Erythrozytenzerfall hin. Dieser führt außerdem zu erhöhten Laktatdehydrogenase-Werten im Blut. Da das Enzym Laktatdehydrogenase (LDH) in großen Mengen in den roten Blutkörperchen vorhanden ist, lässt die im Blutserum gemessene Konzentration Rückschlüsse auf das Ausmaß der Zerstörung zu. Gleiches gilt für Bilirubin, ein Abfallprodukt beim Abbau des Hämoglobins. Der Hämoglobin-Wert ist infolge der Zerstörung der PNH-Erythrozyten ebenfalls vermindert, genauso wie Haptoglobin, das Transportprotein für freies Hämoglobin.

Anhand von Größe, Form und Farbe der roten Blutkörperchen können verschiedene andere Erkrankungen des Blutes und Störungen oder Verletzungen des Gefäßsystems erkannt werden. Für die Untersuchung der Erythrozytengestalt wird ein Bluttropfen im Labor auf einen Glasträger ausgestrichen, angefärbt und von einem*einer auf Bluterkrankungen  spezialisierten Ärzt*in unter dem Mikroskop begutachtet.1

Durchflusszytometrie

Für die Sicherung der PNH-Diagnose ist die hochsensitive Durchflusszytometrie, häufig auch Fluorescence-Activated Cell Sorting (FACS-Analyse) genannt, heutzutage die Methode der Wahl. Mit ihr ist es möglich, bereits eine geringe Zahl veränderter PNH-Zellen nachzuweisen.

Für die Untersuchung wird Blut aus einer Vene entnommen, die darin enthaltenden Zellen isoliert und in eine spezielle Flüssigkeit gegeben. Anschließend werden fluoreszierende Moleküle oder Fluoreszenz-markierte Antikörper, die bestimmte Strukturen auf den Oberflächen der Zellen erkennen, hinzugefügt. Daraufhin werden die Zellen einzeln durch eine Messkammer an einem Laserstrahl vorbei geleitet und das gestreute Fluoreszenzlicht ausgewertet.

 

Mit roter Flüssigkeit gefüllte Röhrchen mit verschiedenfarbigen Deckeln stehen auf einer weißen Fläche in einem Ständer. 
iStock 1450117237 angelp

Da die Fluoreszenz-markierten Moleküle nur an rote und weiße Blutkörperchen binden, die GPI-Anker oder GPI-verankerte Proteine auf der Oberfläche tragen, senden nur gesunde Zellen Fluoreszenzlicht aus. Veränderte PNH-Zellen leuchten hingegen deutlich weniger oder gar nicht.

Knochenmarkuntersuchung

Die Untersuchung des Knochenmarks ist nicht notwendig, um eine PNH nachzuweisen. Eine Knochenmarkuntersuchung ist aber sinnvoll, wenn nicht nur ein deutlicher Mangel an roten Blutkörperchen vorliegt, sondern auch die Zahl der weißen Blutkörperchen und/oder Blutplättchen deutlich niedriger ist als normal. Dies kann beispielsweise bei einer aplastischen Anämie oder einem myelodysplastischen Syndrom der Fall sein.

In einem blau umrandeten Kreis befindet sich eine Fläche mit orangefarbenen ungleichen Kacheln. Die Fugen zwischen den Kacheln sind deutlich sichtbar.

Häufig gestellte Fragen:

Wann wird eine Durchflusszytometrie/FACS-Analyse gemacht?

Eine FACS-Analyse wir durchgeführt, um bestimmte Zellen in einer Probe zu zählen und genauer zu charakterisieren (z. B. Retikulozyten für die Anämie-Diagnostik).

Was ist eine Durchflusszytometrie/FACS-Analyse?

Mithilfe der Durchflusszytometrie bzw. dem Fluorescence-Activated Cell Sorting können in Blut oder Knochenmark vorhandene Zellen isoliert, gezählt und charakterisiert werden. Dazu werden üblicherweise Fluoreszenzfarbstoffe, die sich in das Erbgut einlagern, oder Fluoreszenz-markierte Antikörper genutzt, die bestimmte Strukturen in den Zellen oder auf der Zelloberfläche nachweisen können.

Wie werden Antikörper bei der Durchflusszytometrie eingesetzt?

Um bestimmte Komponenten, zumeist Eiweiße, in der Zelle oder auf der Oberfläche von Blutzellen nachzuweisen, können Antikörper eingesetzt werden, die spezifische Teilstrukturen der nachzuweisenden Zellkomponenten erkennen. Die Antikörper sind Fluoreszenz-markiert, um sie leichter sichtbar zu machen.

Wie funktioniert ein Durchflusszytometer?

Die zu untersuchenden Zellen werden in eine spezielle Flüssigkeit aufgenommen und nacheinander durch eine Messkammer an einem Laserstrahl vorbeigeleitet. Die von Form, Größe und Struktur der Zellen abhängige Streuung des Laserlichtes wird anschließend ausgewertet.

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Person schüttet aus einer Dose Tabletten auf ihre Handfläche.
iStock 175218975 STEEX

Behandlung

Die Behandlung der PNH richtet sich sowohl nach dem Ausmaß der Beschwerden als auch nach dem Risiko für Komplikationen. Neben unterstützenden Maßnahmen sind Medikamente, die an verschiedenen Stellen in das Komplementsystem eingreifen, ein zentraler Baustein der Therapie.

Eine Frau stützt ihren Kopf auf die Hände und blickt aus einem Fenster. 
iStock 1463531237 elenaleonova

Prognose

Wie die PNH verläuft, ist nicht vorhersehbar. Die Lebensqualität und die Lebenserwartung der Betroffenen hat sich dank vieler Fortschritte bei der Behandlung deutlich verbessert.

Quellen:

  1. Onkopedia-Leitlinie Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie. Stand Juni 2023. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/paroxysmale-naechtliche-haemoglobinurie-pnh/@@guideline/html/index.html#24, zuletzt aufgerufen am 12.07.2023